Diagnostik

Demenzdiagnostik bei geistig behinderten Menschen – Eine Pilotstudie

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist die Anzahl geistig behinderter Menschen mit einer Demenzerkrankung stark angestiegen und wird weiter zunehmen. Für eine Verbesserung der Lebensqualität dieser Gruppe ist es von Bedeutung, dass die Demenzerkrankungen möglichst früh erkannt werden.

Das Erkennen einer Demenzerkrankung bei geistig behinderten Menschen unterscheidet sich von der Diagnostik bei Menschen ohne geistige Behinderung. Herkömmliche Demenztests setzen ein bestimmtes kognitives Leistungsniveau voraus und sind daher nicht geeignet für die Diagnostik bei geistig behinderten Menschen. Die diagnostische Überschattung aufgrund der geistigen Behinderung, die sehr unterschiedlichen Leitungsprofile und auch unterschiedliche körperliche Beeinträchtigungen erschweren den Prozess der Früherkennung. Deshalb ist die Diagnostik nur individuell und über den Verlauf möglich.

Forschungsaktivitäten zur Entwicklung geeigneter Instrumente sind in den letzten zwei Jahrzehnten stark angestiegen. Dennoch fehlt es vor allem in Deutschland an geeigneten Instrumenten. Ziel dieser Pilot-Studie ist es, die Früherkennung von Demenzerkrankungen geistig behinderter Menschen zu verbessern und Verläufe von Demenzerkrankungen bei dieser Personengruppe zu skizzieren.

Für die Entwicklung des Diagnoseinstrumentes wurden eine systematische internationale Literaturrecherche sowie mehrfache Praxis-Erprobungen mit geistig behinderten Menschen durchgeführt. Auf Basis der Ergebnisse der Recherche und praktischen Erprobungen wurde ein Instrument zusammengestellt, das aus zwei Teilen besteht: einer Fremdbefragung und einem neuropsychologischen Test. Das zusammengestellte Instrument wird gegenwärtig in einer prospektiven Verlaufsstudie über zwei Jahre getestet. 128 Bewohner aus vier Einrichtungen der Behindertenhilfe in Niedersachsen nehmen daran teil. Die Testungen erfolgen in 6 monatigen Abständen.